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Was kostet ein neues Dach? Und warum zwei Angebote 15.000 Euro auseinanderliegen können
Zuletzt aktualisiert: 31.08.2026 · Lesezeit: 4 Minuten
Die häufigste Frage am Telefon ist auch die schwerste: Was kostet denn so ein Dach? Wer darauf sofort eine Zahl nennt, ohne das Haus gesehen zu haben, rät. Was sich aber sehr wohl sagen lässt, ist, woraus sich der Preis zusammensetzt und warum Angebote für dasselbe Dach so weit auseinanderliegen.
Eine Quadratmeterpauschale finden Sie hier bewusst nicht. Jedes Dach ist anders und wird eigenständig geplant. Eine Zahl, die ohne Begehung im Raum steht, führt am Ende beide Seiten in die Irre.
Diese fünf Posten machen den Unterschied
Gerüst. Bei einem normalen Einfamilienhaus rechnen wir mit etwa 280 Quadratmetern Gerüstfläche. Das Gerüst ist keine Schikane, sondern Vorschrift, sobald oberhalb bestimmter Höhen gearbeitet wird. Wer es im Angebot nicht findet, sollte nachfragen, statt sich über den günstigen Preis zu freuen.
Entsorgung. Alte Ziegel, Dachpappe und Dämmung müssen gewogen und nachgewiesen entsorgt werden. Bei Asbestverdacht, also bei Wellplatten aus der Zeit vor 1993, wird daraus ein eigenes Kapitel mit eigenen Vorschriften und deutlich höheren Kosten.
Der Zustand unter den Ziegeln. Sichtbar ist nur die Deckung. Ob die Lattung noch trägt, ob die Sparrenköpfe an der Traufe faul sind und ob überhaupt eine Unterdeckung vorhanden ist, zeigt sich erst, wenn das Dach offen ist. Seriöse Angebote weisen das als Eventualposition aus.
Kehlen, Grate, Gauben und Kamine. Ein einfaches Satteldach ist der günstigste Fall. Jede Kehle, jede Gaube und jeder Kaminanschluss kostet Handarbeit und Klempnermaterial. Zwei Häuser mit gleicher Quadratmeterzahl können sich allein dadurch um mehrere tausend Euro unterscheiden.
Das Deckmaterial. Zwischen Betondachstein, Tonziegel und Schiefer liegen Welten, sowohl im Einkauf als auch in der Verlegezeit.
Warum Dächer gerade spürbar teurer werden
Die Preisentwicklung ist kein Gefühl, sie ist amtlich erfasst. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes waren Dachdeckungsarbeiten im Neubau von Wohngebäuden im Mai 2026 um 7,3 Prozent teurer als ein Jahr zuvor. Damit liegen sie deutlich über dem gesamten Wohnungsneubau, der bei 5,0 Prozent steht.
In Nordrhein-Westfalen fällt der Anstieg bei Dachdeckungsarbeiten mit 5,3 Prozent etwas moderater aus. Das ist die gute Nachricht für Sie als Bauherr hier im Ruhrgebiet.
Der Blick über mehrere Jahre ist eindrücklicher. Bei der Instandhaltung von Wohngebäuden sind Dachdeckungsarbeiten zwischen 2020 und 2024 kumuliert um rund 53 Prozent teurer geworden. Tondachziegel legten in diesem Zeitraum um etwa 50 Prozent zu, mineralische Dämmung sogar um 64 Prozent. Diese Zahlen stammen vom Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks. Wer 2020 ein Angebot geholt und die Sanierung verschoben hat, zahlt heute rund die Hälfte mehr.
Wo das Geld tatsächlich hingeht
Ein verbreiteter Verdacht lautet, beim Handwerker sei vor allem das Material teuer. Derselbe Zentralverband weist für 2024 einen Material- und Warenanteil von 34,6 Prozent am Umsatz aus. Gut ein Drittel also. Der größere Teil ist Arbeitszeit, und die ist am Dach aufwendig: Sicherungstechnik, Wetterabhängigkeit, Transport, Aufmaß.
So vergleichen Sie zwei Angebote wirklich
Schauen Sie nicht auf die Endsumme, sondern auf die Leistungsbeschreibung. Drei Fragen reichen meistens:
- Ist das Gerüst enthalten oder steht es unter "nicht enthalten"?
- Ist die Entsorgung nach Gewicht mit Wiegeschein kalkuliert oder pauschal geschätzt?
- Und steht drin, was passiert, wenn unter der Deckung Schäden auftauchen?
Ein Angebot, das 15.000 Euro günstiger ist, hat dafür fast immer einen Grund. Manchmal ist es echte Effizienz. Häufiger fehlt eine Leistung, die später als Nachtrag wiederkommt.
Wie Sie zu einer belastbaren Zahl kommen
Ein realistischer Preis entsteht nach einer Begehung, nicht am Telefon. Wir schauen uns Ihr Dach an, messen auf, prüfen den Zustand der Unterkonstruktion und legen ein Angebot vor, in dem jede Position eine Einheit und einen Preis hat. Dann wissen Sie, wofür Sie zahlen, und können es mit anderen Angeboten Position für Position vergleichen. Eine erste Hausnummer liefert Ihnen vorab unser Sanierungsrechner für das Steildach.
Die Hans Roth GmbH ist Dachdeckermeisterbetrieb in Dortmund, im dritten Familienbesitz und mit 18 festangestellten Fachkräften im Umkreis von rund 30 Kilometern unterwegs. Rufen Sie uns an, wenn Sie eine Einschätzung für Ihr Dach brauchen.
Wie viel kostet Ihr Dach wirklich?
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