
Sturmschaden am Dach: Was du sofort tun musst und wie du vorbeugst
Ein heftiger Sturm zieht über Dortmund, und am nächsten Morgen liegen Dachziegel im Garten. Was jetzt? Sturmschäden am Dach gehören zu den häufigsten Gebäudeschäden in Deutschland, und mit zunehmenden Extremwetterereignissen steigt das Risiko weiter. In diesem Artikel erfährst du Schritt für Schritt, was du bei einem Sturmschaden sofort tun solltest, wie du mit deiner Versicherung richtig umgehst und welche Maßnahmen dein Dach langfristig sturmsicher machen.
Sturmschaden entdeckt: Die ersten Schritte
Wenn du nach einem Sturm Schäden an deinem Dach bemerkst, heißt es: Ruhe bewahren, aber schnell handeln. Zuallererst gilt: Begib dich auf keinen Fall selbst aufs Dach. Das ist bei beschädigter Dachfläche lebensgefährlich. Dokumentiere stattdessen alles, was du vom Boden oder aus dem Dachfenster sehen kannst. Fotografiere die Schäden von verschiedenen Positionen, notiere das Datum und die ungefähre Uhrzeit des Sturms und halte fest, welche Bereiche betroffen sind.
Im zweiten Schritt bist du verpflichtet, Folgeschäden zu verhindern. Juristen sprechen hier von der Schadenminderungspflicht. Konkret bedeutet das: Stelle Eimer unter undichte Stellen, und rufe einen Dachdecker an, der die offenen Stellen provisorisch abdecken kann. Diese Notmaßnahmen werden von der Versicherung übernommen, auch wenn der Gutachter noch nicht da war.
Welche Versicherung zahlt bei Sturmschäden am Dach?
Für Schäden an der Bausubstanz deines Hauses, also am Dach, an der Fassade oder am Mauerwerk, ist die Wohngebäudeversicherung zuständig. Sie übernimmt in der Regel die Kosten für die Wiederherstellung des Originalzustands. Voraussetzung ist, dass der Wind mindestens Windstärke 8 erreicht hat, das entspricht einer Windgeschwindigkeit ab 62 km/h. Den Nachweis musst du aber nicht selbst erbringen: Es reicht, wenn es eine offizielle Sturmwarnung des Deutschen Wetterdienstes gab oder in der Nachbarschaft ähnliche Schäden aufgetreten sind.
Wurden durch den Sturm auch Gegenstände in deinem Haus beschädigt, etwa weil Regen durch das kaputte Dach eingedrungen ist, greift zusätzlich die Hausratversicherung. Und wenn Starkregen oder Überschwemmung beteiligt waren, brauchst du eine Elementarschadenversicherung. Diese ist nicht automatisch in der Gebäudeversicherung enthalten, sondern muss separat abgeschlossen werden. Gerade in NRW, wo Starkregenereignisse zunehmen, ist das eine sinnvolle Ergänzung.
So meldest du den Schaden richtig
Melde den Sturmschaden so schnell wie möglich deiner Versicherung. Die meisten Versicherer haben eine 24-Stunden-Hotline für Schadensmeldungen. Halte dabei folgende Informationen bereit: deine Versicherungsnummer, das Datum des Sturmereignisses, eine Beschreibung der Schäden und deine Fotos als Dokumentation. Wichtig: Beauftrage die endgültige Reparatur erst, nachdem ein Gutachter den Schaden begutachtet hat. Die provisorische Sicherung darfst und solltest du aber sofort vornehmen lassen.
Hebe alle Rechnungen auf, auch für die Notmaßnahmen. Wirf beschädigte Dachziegel oder Bauteile nicht weg, bevor der Gutachter da war. Sie dienen als Beweisstücke für den Umfang des Schadens.
Die häufigsten Sturmschäden am Dach
Nicht jeder Sturmschaden ist sofort sichtbar. Neben den offensichtlichen Schäden wie abgedeckten Ziegeln oder verbogenen Blechen gibt es versteckte Probleme, die erst Wochen später auffallen. Verschobene Ziegel lassen Wasser eindringen, ohne dass eine offene Stelle zu erkennen ist. Beschädigte Unterspannbahnen unter der Eindeckung verlieren ihre Schutzwirkung. Gelöste Dachrinnen oder Fallrohre führen zu Feuchteschäden an der Fassade. Und Risse in Dachfenstern oder an Anschlüssen bleiben oft unbemerkt, bis sich Schimmel im Dachgeschoss bildet.
Deshalb empfehlen wir nach jedem stärkeren Sturm eine professionelle Dachinspektion, auch wenn auf den ersten Blick alles in Ordnung aussieht.
Dein Dach sturmsicher machen: So beugst du vor
Vorbeugen ist günstiger als reparieren. Mit diesen Maßnahmen machst du dein Dach fit für die nächste Sturmsaison:
Regelmäßige Dachinspektion: Lass dein Dach mindestens einmal im Jahr von einem Fachbetrieb prüfen. Lose Ziegel, poröse Abdichtungen oder beschädigte Anschlüsse werden dabei erkannt und behoben, bevor ein Sturm daraus einen teuren Schaden macht.
Sturmklammern nachrüsten: Besonders an exponierten Stellen wie Ortgang, First und Traufe können Sturmklammern oder Sturmhaken die Ziegel deutlich besser sichern. In windreichen Lagen empfehlen die Fachregeln sogar eine vollflächige Verklammerung.
Dachrinnen reinigen: Verstopfte Regenrinnen können bei Starkregen überlaufen und Wasserschäden an der Fassade verursachen. Zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, solltest du die Rinnen vom Laub befreien oder befreien lassen.
Dachaufbauten prüfen: Antennen, Satellitenschüsseln, Solaranlagen und Schneefanggitter müssen fest verankert sein. Lockere Befestigungen sind bei Sturm nicht nur ein Risiko für dein Dach, sondern auch für Passanten.
Bäume in Dachnähe kontrollieren: Abgestorbene oder morsche Äste, die bei Sturm auf dein Dach fallen können, sollten rechtzeitig entfernt werden. Das ist eine der häufigsten Ursachen für schwere Dachschäden.
Was kostet eine Sturmschaden-Reparatur?
Die Kosten für eine Sturmschaden-Reparatur variieren stark. Einzelne ersetzte Ziegel kosten oft nur wenige hundert Euro inklusive Anfahrt und Arbeitszeit. Muss ein größerer Bereich neu eingedeckt werden, bewegen sich die Kosten schnell im vierstelligen Bereich. Bei einer komplett abgedeckten Dachfläche mit Folgeschäden an der Dämmung oder Unterspannbahn können die Kosten auch fünfstellig werden. In den meisten Fällen übernimmt die Wohngebäudeversicherung diese Kosten abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung.
Fazit
Sturmschäden am Dach sind ärgerlich, aber mit dem richtigen Vorgehen gut zu bewältigen. Dokumentieren, Versicherung melden, provisorisch sichern, Gutachter abwarten, dann reparieren lassen. Noch besser ist es, gar nicht erst so weit kommen zu lassen: Eine regelmäßige Dachinspektion und gezielte Sturmsicherung schützen dein Zuhause und bewahren dich vor bösen Überraschungen nach dem nächsten Unwetter.
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