Ratgeber · Reparatur und Wartung
Marder im Dach: Was tun, wenn er Dämmung und Folie zerlegt?
Von Patrick Dietrich
· Dachdeckermeister
Aktualisiert am 23. September 2026 · 4 Min. Lesezeit
- Der Steinmarder unterliegt in NRW dem Jagdrecht. Fangen darf ihn nur, wer dazu befugt ist.
- Zugänge verschließen darfst du selbst, aber nur, wenn sicher kein Tier mehr im Dach ist. Von März bis Juni sind oft Junge im Nest.
- Zerfetzte Dämmung und eine löchrige Unterspannbahn gehören danach instand gesetzt, sonst bleibt das Dach anfällig.
Gepolter in der Nacht, ein strenger Geruch, Dämmwolle auf dem Dachboden: Ein Steinmarder hat sich eingenistet. Das ist ärgerlich, aber kein Grund für hektische Aktionen. Was du selbst tun darfst, regelt das Jagdrecht, und was am Dach danach zu tun ist, ist Handwerk.
Woran erkennst du einen Marder im Dach?
Am Lärm in der Nacht, am Geruch und an den Spuren. Marder sind nachtaktiv und poltern, kratzen oder fauchen vor allem nachts. Auf dem Dachboden findest du Kot, Beutereste und zerfetzte Dämmung. Ein Praxisbericht der Fachzeitschrift DDH beschreibt Dächer, in denen Marder die Unterspannbahn durchlöchert und die Dampfsperre zerstört hatten. Beides schützt dann nicht mehr gegen Treibregen und Feuchte.
Darf ich den Marder selbst fangen?
Nein. Der Steinmarder ist in Nordrhein-Westfalen jagdbares Wild, seine Jagdzeit läuft vom 16. Oktober bis zum 28. Februar. Auf einem Hausgrundstück darf nur jagen oder Fallen stellen, wem die untere Jagdbehörde das gestattet hat, und das setzt in der Regel eine bestandene Jägerprüfung voraus. Totschlagfallen sind verboten, und Lebendfallen müssen morgens und abends kontrolliert werden. In der Praxis helfen die Marderbeauftragten der Jägerschaft, in Dortmund über die Kreisjägerschaft Dortmund.
Was darfst du selbst tun?
Vergrämen und Zugänge verschließen, aber zur richtigen Zeit. Licht, Geräusche oder Gerüche können einen Marder vertreiben. Einschlupflöcher darfst du schließen, allerdings nur nachts, wenn das Tier unterwegs ist, und nur, wenn sicher kein Tier mehr im Dach sitzt. Jungtiere kommen meist im März oder April zur Welt und bleiben mehrere Wochen im Nest. Naturschutzverbände und Behörden raten deshalb, von März bis Juni keinen Marder auszusperren, sonst verhungern die Jungen im Dach.
Duftstoffe, Lärm oder Licht vertreiben ein Tier oft nur für eine Weile. Dauerhaft hilft nur, die Zugänge zu verschließen. Der richtige Zeitpunkt dafür ist der Spätsommer oder Herbst: Die Jungen sind dann selbstständig, und das Tier hat sich noch nicht für den Winter eingerichtet.
Wie kommt der Marder überhaupt aufs Dach?
Über Bäume, Kletterpflanzen, Fallrohre und Nachbardächer. Ins Dach schlüpft er durch erstaunlich kleine Öffnungen, eine Lücke von der Größe einer Hand reicht ihm: an der Traufe, unter angehobenen Ziegeln, an der Dachrinne oder in Winkeln an Gauben und Anbauten.
- Äste, die das Dach berühren, zurückschneiden
- die Traufe mit Lüftungsgittern schließen, damit die Hinterlüftung erhalten bleibt
- lose oder angehobene Ziegel richten und befestigen
- Kletterhilfen an Fallrohren und Fassaden entschärfen
Wichtig: Lüftungsöffnungen dürfen nicht einfach zugemacht werden. Das Dach braucht sie, um Feuchte abzuführen. Gitter halten den Marder draußen und lassen die Luft durch.
Was muss am Dach danach repariert werden?
Alles, was der Marder beschädigt hat, vor allem Dämmung und Unterspannbahn. Verschmutzte oder zerfetzte Dämmung wird entfernt und ersetzt, Löcher in der Unterspannbahn werden fachgerecht geschlossen, beim ausgebauten Dach auch die Dampfbremse. Je nach Umfang geht das von innen oder nur mit geöffneter Deckung. Kleine Löcher in der Bahn lassen sich mit dem Klebeband aus dem System des Bahnherstellers schließen; ist ein ganzes Sparrenfeld zerlegt, wird die Bahn dort ersetzt. Dämmung, in die Kot und Urin gezogen sind, gehört komplett heraus, sonst bleibt der Geruch. Wie weit der Schaden reicht, zeigt erst der Blick unter die Ziegel.
Zahlt die Versicherung den Marderschaden?
Oft nicht. Ein Marderschaden an der Dämmung ist nach Einschätzung der Stiftung Warentest kein typischer Fall der Wohngebäudeversicherung. Manche Tarife decken Schäden durch Tiere aber teilweise mit ab. Ein Blick in deinen Vertrag lohnt, bevor der Schaden behoben wird. Mach vorher Fotos.
Marderschaden am Dach beheben lassen
Wir sehen uns Dachraum, Traufe und Deckung an, schließen die Zugänge und setzen Dämmung und Unterspannbahn instand, sobald das Tier draußen ist. Der Besichtigungstermin einschließlich grober Prüfung und Angebot ist kostenlos und unverbindlich.
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Dieser Beitrag informiert allgemein und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind das Landesjagdrecht und der Tierschutz in der geltenden Fassung; im Zweifel hilft die untere Jagdbehörde. Stand der rechtlichen Angaben: September 2026.
